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Transparenz

Transparenz beim NABU Saarland Einheitliche Veröffentlichungspflichten für gemeinnützige Organisationen gibt es in Deutschland nicht. Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte der Gemeinschaft dennoch sagen, welche Ziele die Organisation genau anstrebt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind. Auf Initiative von Transparency Deutschland e. V. haben zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Dazu zählen unter anderem die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur. Auch der NABU Saarland hat sich dem angeschlossen. NABU-Saarland-Angaben im Rahmen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft Selbstverpflichtung Wir, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Saarland e. V., verpflichten uns im Rahmen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, die nachstehend aufgeführten Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, indem wir sie mit dieser Erklärung leicht auffindbar auf unsere Webseite stellen oder auf Anfrage elektronisch beziehungsweise postalisch versenden. 1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr Name: Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Saarland e. V. Sitz: Lebach Anschrift: Antoniusstraße 18, 66822 Lebach Gründungsjahr: 1955 (Satzungserrichtung 15.10.1961) 2. Vollständige Satzung sowie Angaben zu den Zielen unserer Organisation Der NABU setzt sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt mit all ihren Facetten ein – seien dies Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme, Tierrassen oder Pflanzensorten oder erhaltenswerte Landschaftsformen und Landschaftsbilder. Dabei setzt der NABU auf Prinzipien wie „Schutz durch Nutzung“, „Kooperation statt Konfrontation“, oder „Naturschutz auf 100 Prozent der Fläche“ genauso wie auf eine deutliche Sprache auch in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik. Der NABU versteht sich somit im besten Sinne als „Anwalt für die Natur“. .... zur Satzung des NABU Saarland 3. Angaben zur Steuerbegünstigung Wir sind wegen Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie des Tierschutzes nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes Saarbrücken Am Stadtgraben, Außenstelle Völklingen, StNr. 010/140/00816, vom 19.04.2018 für den letzten Veranlagungszeitraum 2016 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit. 4. Name und Funktion wesentlicher Entscheidungsträger ... Angaben zum Landesvorstand ... Landesgeschäftsstelle 5. Tätigkeitsbericht ... Tätigkeitsbericht im aktuellen Jahresbericht 6. Personalstruktur Der NABU Saarland rechnete im Jahr 2017 einschließlich der Naturschutzjugend (NAJU) auf Landesverbandsebene im Rahmen seiner Lohnbuchhaltung sechs hauptberufliche Vollzeit-Arbeitnehmerinnen und -Arbeitnehmer, drei Teilzeitkräfte, sieben geringfügig entlohnte Beschäftigte (Minijobs), drei FÖJ-Freiwillige in zwei FÖJ-Einsatzstellen sowie fünf Praktikantinnen und Praktikanten ab. Dieses Personal verteilte sich auf die Landesgeschäftsstelle in Lebach-Niedersaubach (drei Vollzeitstellen, zwei Teilzeitstellen, fünf Minijobstellen, eine FÖJ-Freiwillige), das Scheunenbüro Neuhaus in Saarbrücken (eine Teilzeitstelle), die Außenstelle Projektbüro Forsthaus Wolfsgarten in Saarbrücken (zwei Vollzeitstellen, drei Praktikantinnen und Praktikanten), die NABU-Beringungsstation "Mittleres Saartal" in Saarlouis-Lisdorf (eine Vollzeitstelle, ein Praktikant) sowie die Zentrale Wildvogelauffangstation des Saarlandes in Püttlingen (zwei Minijobstellen, zwei FÖJ-Freiwillige und ein Praktikant). Hinzu kommen 46 Übungsleiter-Honorarkräfte sowie elf selbstständige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Ökopädagogik und circa 20 ehrenamtlich Aktive, die in direkter Verbindung mit der Landesgeschäftsstelle in Lebach überwiegend auf fachlicher Ebene beratend oder in der Betreuung hilfsbedürftiger Wildtiere, insbesondere Vögel, aktiv tätig sind. Darüber hinaus widmen sich neben der Redaktion unserer Verbandszeitschrift "Naturschutz im Saarland – NiS" acht landesweite Arbeitsgemeinschaften (AGs) den Themen Amphibien & Reptilien, Beringung, Biber, Energie & Klimaschutz, Eulen, Jagd, Netzwerk Urwald und Wanderfalken. Der Landesverband Saarland zählt derzeit rund 19.600 Mitglieder in 35 Ortsgruppen und 14 Kinder- und Jugendgruppen (Stand: 30.06.2018). 7. Angaben zur Mittelherkunft Angaben zu unserer Mittelherkunft erhalten Sie in unserem Jahresbericht ab Seite 18. 8. Angaben zur Mittelverwendung Auskunft zur Mittelverwendung geben wir in unserem Jahresbericht ab Seite 18. 9. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten Ausführliche Angaben zu unserer Bindung an den Gesamtverband sowie die Gliederung in örtliche Gruppen finden Sie in unserer Satzung. 10. Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zahlungen mehr als zehn Prozent des Gesamtbudgets ausmachen Der NABU-Landesverband betätigte sich 2017 als Träger nur noch eines Projekts im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt (BBV). Zur Umsetzung dieses Projekts „Entwicklung und Förderung von Alt- und Totholzbiozönosen durch eine nachhaltige Bewirtschaftungsstrategie in saarländischen Forstbetrieben“ haben wir in diesem Jahr Zuwendungen aus Bundes- und Landesmitteln in Höhe von TEUR 266 = 18 Prozent (i. Vj. TEUR 516 = 43 Prozent) des Gesamtbudgets erhalten. Das Projekt läuft noch bis zum 31.12.2018. ... zur Projektsite "Wertvoller Wald.de" Darüber hinaus hat der NABU-Landesverband den ersten Bauabschnitt für den Umbau der alten Stadtgärtnerei Püttlingen zur Zentralen Wildvogelauffangstation des Saarlandes finanztechnisch abgewickelt, welcher überwiegend in das Jahr 2017 fiel. Die in diesem Zusammenhang vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erhaltene Zuwendung belief sich auf TEUR 150 = zehn Prozent des Gesamtbudgets. Ansonsten haben wir keine Zahlungen erhalten, die über zehn Prozent des Gesamtjahresbudgets hinausgingen. Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ)

Grußwort Ulrich Heintz

Oktober 2017: Grußwort des Landesvorsitzenden Ulrich Heintz Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde im NABU Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, die Engagierten im Naturschutz aufzurufen, die Erfolge, die es dabei zweifelsfrei gibt, in den Vordergrund zu stellen, möchte ich heute mit der Botschaft beginnen, die aktuell prominent in den Medien zu lesen, hören und zu sehen war: Rückgang der Insektenbiomasse in Deutschland um bis zu 75 %. Eine Artengruppe, die aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und Reproduktionsbiologie als scheinbar „unverwundbar“ in unserer Wahrnehmung eingestuft wird, verzeichnet dramatische Rückgänge der Biomasse und Vielfalt. Weiterhin bemerkenswert an diesem Befund ist aber auch die Tatsache, dass diese Verlustrate nicht, wie zumeist, nur seltene Arten betrifft, sondern die gesamte Insektenwelt. Und (!), diese Rückgänge, die alle Offenlandbiotope der verschiedensten untersuchten Standorte in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg betreffen, wurden in Schutzgebieten festgestellt. Allerdings wiesen 90 % der Untersuchungsflächen auch im Umfeld intensive Landwirtschaft auf. Äußere Einflüsse wie Nährstoff- und Pestizideinträge legen die Vermutung mehr als nahe, dass hierdurch der Erhaltungszustand vieler Schutzgebiete massiv beeinträchtigt wird. Auf eine weitere „Besonderheit“ möchte in diesem Zusammenhang aber ebenfalls zu sprechen kommen, weil sie leider allzu selbstverständlich geworden ist: die Untersuchungen wurden nicht etwa von staatlichen oder freien universitären Einrichtungen durchgeführt, sondern vom Entomologischen Arbeitskreis Krefeld, einem Zusammenschluss ehrenamtlich tätiger Artenkenner, die ihre Freizeit und ihr Fachwissen einbringen, um Daten über unser aller Lebensgrundlagen zu erfassen. Dies führt uns zu einem zweiten Problemkreis, nämlich dem , dass solche Artenkenner inzwischen ebenso auf eine Rote Liste gehören wie ihre geliebten Untersuchungsobjekte und sich der Staat  offensichtlich zunehmend glaubt, es sich leisten zu können, wissenschaftliche Untersuchungen nicht mehr selbst unabhängige Einrichtungen mit wissenschaftliche Untersuchungen beauftragen zu müssen, sondern es lieber dem Zufall ehrenamtlichen Datensammelns überlässt. Eine ungute Parallele hierzu waren auch die Umstände, die den Stein des Dieselabgasskandals ins Rollen brachten. Auch hier waren es keine staatlichen oder im Auftrag des Staates handelende Forscher, sondern eine Nicht-Regierungsorganisation, der „International Council for clean Transportation“, der die amerikanischen Behörden auf die Missstände aufmerksam machte. Der erst deutlich später bei uns in diesem Zusammenhang stattfindende „Diesel-Gipfel“, der seinen Namen m.E. nur deshalb verdient, weil er in der Peinlichkeit gipfelte, dass sich Vertreter der Bundesregierung (und damit vor allem der vor gesundheitlichen Schäden zu bewahrenden Bevölkerung) von Vertretern der Automobilindustrie vorrechnen ließen oder wollten, wie viel NOX-Reduzierung durch ein Software-Update zu erwarten sei und wie viel nicht. Offenbar vertraute man diesen Prognosen lieber als denen unabhängiger, eigener Experten. Zweite Hiobsbotschaft der Woche: die Zahl der Vögel geht in Deutschland ebenfalls spür- und hörbar zurück! Binnen 12 Jahren „fehlen“ gemäß Daten im Rahmen von Bestandsmeldungen der Bundesregierung an die EU 12,7 Mio. Brutpaare. Allein beim „Vogel des Jahres 2018“, dem Star, geht man von rund 2,6 Mio. Brutpaaren weniger aus. Insektenrückgänge spielen sicher auch hier eine wichtige Rolle, denn fast alle Arten sind bei der Fütterung ihrer Jungtier auf Insekten angewiesen, aber ebenso wirken Fang und Bejagung von Vögeln innerhalb der EU und Nordafrikas sich leider immer noch in unvorstellbar großer Zahl aus. Als wären nicht schon genug aktuelle schlechte Nachrichten aus dem Umweltbereich von mir gelistet, möchte ich dennoch, aus Gründen der unmittelbaren Betroffenheit der Menschen, eine letzte Nachricht von gestern aufführen: in Deutschland sterben jährlich zwischen 40 000 und 50 000 Menschen frühzeitig an Ursachen der immer noch vorhandenen Umweltverschmutzungen. Vielleicht macht am Ende besonders diese Nachricht deutlich, dass Umwelt- und Naturschutz keine Luxusbeschäftigung einer wohlhabenden Gesellschaft darstellen, sondern zwingend erforderliche Fragen aufwerfen, die sich Politik und Gesellschaft täglich stellen im Sinne der eigenen Daseinsvorsorge stellen sollten. Maßstab für die zu ergreifenden Maßnahmen muss aber auch wieder die unabhängige Erforschung der Zusammenhänge innerhalb des Ökosystems sein und nicht Forderungen von noch so klug agierenden Lobbyisten. Dies gilt genauso für die gerade wieder im Saarland aufkommende Diskussion über die angeblich erforderliche Reduktion von Beutegreifern oder Fisch fressenden Vögeln durch die Jagd. Zusammenfassend geht meines Erachtens aus den zitierten Phänomenen klar hervor, dass wir zeitnah folgende Aufgaben bewältigen müssen: Ein bundesweites, unabhängiges Insekten- und Vogelmonitoring , verbunden mit Ursachenforschung über die Rückgänge Umsteuern bei den zukünftigen Agrarsubventionen. Dabei geh es nicht zwingend um weniger als vielmehr um gezielter in Richtung Erhalt von Bodenfruchtbarkeit, sauberem Wasser und Biodiversität. Dabei könnten gerade saarländische Landwirte durchaus zu den Gewinnern zählen. Deutlich größere Anstrengungen als bisher zum Erhalt der Qualität unserer Schutzgebiete. Dazu wird mehr Geld für Personal, Maßnahmen und weniger Bürokratie bei der Auftragsvergabe von Pflegeleistungen vonnöten sein. Zu guter Letzt aber auch eine positive Nachricht: der NABU Saarland wächst weiter und wir begrüßen gleich unser 19 000-tes Mitglied, für mich auch ein Zeichen der Hoffnung, dass nämlich immer mehr Menschen erkennen, dass zivilgesellschaftliches Engagement, gleich welcher Art, gerade aber auch im Natur- und Umweltschutz vonnöten sein wird, wenn wichtige Weichenstellungen für unsere Zukunft nicht nur am Profit, sondern an der Qualität unserer Lebensgrundlagen ausgerichtet sein müssen. Wenn dann noch die Freude und Begeisterung an der Natur und ihrer Vielfalt, Schönheit und Erhabenheit zwangsläufig dazu kommt, bin ich mir sicher, dass wir es schaffen können, auch scheinbar unlösbare Aufgaben erfolgreich anzupacken und negative Entwicklungen mit Ihrer Hilfe auch wieder zurück zu drehen. Ich danke Euch nicht nur für Eure Aufmerksamkeit, sondern vor allem für Euer Engagement!! Lebach, im Oktober 2017 Ihr Ulrich Heintz, Landesvorsitzender NABU Saarland

Verbandsbeteiligungen

Verbandsbeteiligungsverfahren Der NABU als Anwalt der Natur – Verbandsbeteiligungsverfahren des NABU Saarland Der NABU Saarland ist gemäß § 41 Saarländisches Naturschutzgesetz (SNG) ein anerkannter Naturschutzverein und demnach gemäß § 40 SNG an Verfahren im Rahmen der Bauleitplanung, der Gesetzgebung und bei Planfeststellungsverfahren zu beteiligen. Nach Aufforderung durch uns hat das Ministerium für Umwelt im April 2008 nochmals alle Gemeinden an diese Verpflichtung erinnert, da dieser gesetzlichen Regelung nur etwa ein Viertel der Gemeinden im Saarland nachkommt. Von den rund 100 Beteiligungen des NABU Saarland in der ersten Jahreshälfte 2008 sind 80% der Bauleitplanung (Flächennutzungsplan, Bebauungsplan) zuzuordnen, 10% betreffen Rechtsbestimmungen, die restlichen Beteiligungen waren Planfeststellungsverfahren oder Beteiligungen im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen. Alle NABU-Mitglieder und insbesondere die Ortsgruppenvorstände sind aufgefordert, hier geplante Eingriffe in Natur und Landschaft oder andere Umweltgüter zu bewerten und als Anwalt für diese aufzutreten und ihnen eine Stimme zu verleihen. Alle Verfahren werden von unserer Geschäftsstelle aus an die betroffenen NABU-Gruppen vor Ort weitergeleitet und auch als Übersicht hier veröffentlicht. So hat auch jedes Einzelmitglied die Möglichkeit nachzusehen, ob in seinem Gemeindegebiet etwas in Planung ist. Genauso wichtig ist es aber auch, wenn eine Planung vorgesehen ist, zu überprüfen, ob der NABU überhaupt beteiligt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, liegt ein Verfahrensfehler seitens des Planungsträgers vor, und somit könnte der NABU wiederum die Rechtssicherheit der Planung in Frage stellen. Wird der NABU beteiligt, kann bei näherem Informationsbedarf bei Helmut Harth oder den Ortsgruppen gerne nachgefragt werden, um hier die Orts- und Sachkenntnisse der Einzelmitglieder in die Stellungnahme integrieren zu können. Legende zu den juristischen Fachbegriffen BBP: Bebauungsplan FNP: Flächennutzungsplan BauGB: Baugesetzbuch UVP: Umweltverträglichkeitsprüfung NSG: Naturschutzgebiet LSG: Landschaftsschutzgebiet SNG: Saarländisches Naturschutzgesetz

Kinder-Ferien-Programm

Kinder-Ferien-Programm - unsere Philosophie Mit einem bedarfsgerechten und marktadäquaten BNE-Angebot will der NABU einen messbaren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Saarland leisten! Was wir in, mit und von der Natur lernen können Naturschutz besteht nicht darin, den Menschen aus der Natur möglichst fern zu halten. Im Gegenteil: Mit der Nähe zur Natur und dem persönlichen Naturerleben legen wir die Basis für umweltbewusstes Verhalten. Deshalb ist die breite Vermittlung von Gelegenheiten der Naturerfahrung die Grundlage für jede Form der Natur- und Umweltbildung oder der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Eigenaktivität der Menschen spielt deshalb auch eine zentrale Rolle im pädagogischen Konzept des NABU. Pädagogen, Lehrer, Experten treten in den Hintergrund. Sie haben wie im „Coyote Teaching“ eine versteckte Rolle, indem sie die Lernenden in Situationen führen und vor Notwendigkeiten stellen, die eigenständiges Denken und Handeln erfordern. Keine vorgefertigten Meinungen, Lösungen und Wissensinhalte sollen vermittelt werden, sondern Gelegenheiten zum Erfahrungslernen. Die Bildungsangebote des NABU gehen davon aus, dass ganzheitliche Lernerfahrungen, die sowohl die emotionale als auch die rationale Seite ansprechen, die größten Erfolgsaussichten haben. Denn wenn wir die Natur entdecken und verstehen lernen, kommen wir nicht darum herum, uns auch mit unserer eigenen Natur auseinander zu setzen. Und Gefühle sind für unser Gehirn ebenso wichtig wie Sachinformationen oder Logik. Der NABU vermittelt kein romantisches und illusionäres Bild von der Natur. Nachhaltigkeit bedeutet, auch die Nutzung und wirtschaftliche Verwertung der Natur durch den Menschen intelligent zu gestalten. Das viel besprochene „Bambi-Syndrom“ und „Schlachthausparadox“ im Naturbild vieler junger Menschen ist ein Warnsignal. Bildung für nachhaltige Entwicklung verlangt von uns, Kindern und Jugendlichen die Erfahrung realer Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur zu ermöglichen. Naturferne und die Idealisierung der Natur bedingen einander. Die Natur als Lernort ist der Raum für entwicklungspsychologisch wichtige Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Sie stellt hervorragend geeignete Rahmenbedingungen dar, unter denen junge Menschen Gestaltungskompetenzen erwerben können, die eine Schlüsselrolle für späteres verantwortungsvolles Handeln spielen. Wahrnehmungs-, Beobachtungs- und Orientierungsfähigkeiten, um sich auch in unbekanntem Terrain sicher bewegen und andere führen zu können. Naturwissenschaftliche Methodenkompetenz, die systematisches Vorgehen und das Verständnis komplexer Systeme erleichtern. Grundlegendes Sachwissen über ökologische Zusammenhänge, natürliche Prozesse und kybernetische Wechselwirkungen in natürlichen Systemen. Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Umwelt und die Fähigkeit, die Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf das Ökosystem einschätzen zu können. Alltagspraktische Techniken und Fertigkeiten für das „Überleben“ in der Natur, die das Selbstvertrauen stärken und die Motivation fördern, Zeit in der Natur zu verbringen. Auf jeder Altersstufe sind adäquate inhaltliche und methodische Herangehensweisen nötig, um diese Kompetenzvermittlung zu fördern. Dementsprechend passen sich auch die Schwerpunkte der Programme an. Während die Bewegung in der Natur z.B. für Vorschulkinder auch die Funktion hat, motorische Fähigkeiten zu trainieren, treten für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren soziale Aspekte des gemeinschaftlichen Verhaltens in den Vordergrund.