Willkommen – im Saarkohlenwald, im Urwald und in der Scheune Neuhaus

Das Netzwerk Urwald hat für dieses Jahr wieder ein spannendes Motto gewählt. Der Begriff des Wandels scheint im ersten Moment auf den Wald ja gar nicht zu zutreffen.

In der menschlichen Wahrnehmung vermittelt er Ruhe und Beständigkeit. Förster streben den sogar den „Dauerwald“ an.

Tatsächlich ist der Wald aber ein sehr dynamischer Lebensraum. Zwar laufen die Prozesse langsam ab, dennoch befindet sich das Ökosystem Wald in einem permanenten Wandel.

Dies sollten sich auch die Bürger und Bürgerinnen bewusst machen, wenn Sie jegliche Holzerntemaßnahme in ihrem Erholungsraum als Waldzerstörung beklagen.

Der Begriff des Wandels hat auf den Wald bezogen weitere Dimensionen:

Nach dem Vorgeschmack des letzten Jahres, mit langen Hitzeperioden, mit Stürmen und einer kaum noch beherrschbaren Borkenkäfer-Massenvermehrung ahnen wir, welcher Wandel uns die Klimaerwärmung bringt: Unter den Baumarten wird es gravierende Veränderungen geben, am Beispiel der Fichte ist es für jeden sichtbar. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit dem Konzept der naturnahen Waldwirtschaft, wie wir es seit über 30 Jahren verfolgen, die beste Antwort auf diese Entwicklung haben, auch wenn niemand sicher sein kann, wie das Ökosystem Wald reagiert, wenn die Klimaerwärmung die heute prognostizierten Werte übersteigt.

Jedenfalls ist eine breit gestreute Palette der verschiedenen heimischen Baumarten mit einer innerartlichen großen genetischen Vielfalt aus Naturverjüngung erwachsen, die einzige Strategie, die den ökologischen und ökonomischen Vorgaben entspricht.

Wahrscheinlich wegen der Gefahren, die dem Wald drohen, hat sich nach meiner Wahrnehmung auch das Waldbewusstsein der Bevölkerung gewandelt. Das ist prinzipiell sehr zu begrüßen, führt aber gerade im städtischen Bereich zu Konflikten mit der Waldnutzung.

Das Waldinformationszentrum ist – neben den konkreten Waldorten selber – ein idealer Ort sich gegenseitig zu informieren, nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, gerne auch zu streiten.

Im Anschluss sollte es jedoch immer möglich sein, in der neuen Gastronomie noch gemeinsam ein Bier zu trinken.

 

Nicht zu vergessen den Wald, den Urwald selber: Wir sollten die vielfältigen Angeboten des Jahresprogramms nutzen oder den Wald auch individuell auf den attraktiven Urwaldpfaden erwandern und erleben.

Eckpunkte des Programmes sind wieder die Jahreszeitenfeste. Sie werden gemeinsam durch die vier Projektpartner Naturlandstiftung, SaarForst Landesbetrieb, NABU Saarland und Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veranstaltet. Unverzichtbar ist das Netzwerk Urwald mit seinen zahlreichen Ehrenamtlichen sowie das Team vor Ort, das in diesem Jahr wieder durch einen Urwaldförster verstärkt wird.

 

Jahresmotto 2019: (Ur)Wald im Wandel

Ja, der Wald ist im Wandel. Das Klima setzt ihm zu. Er wird als wirtschaftliche Ressource genutzt und ist bei ambitionierten wirtschaftlichen Überlegungen im Weg. Auf der anderen Seite wird seine besondere Bedeutung für uns Menschen immer mehr gesehen. Er ist als Speicherwald wichtig, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. Er hilft uns Menschen dem drohenden Burnout zu entgehen. Er beruhigt die Seelen hyperaktiver Kinder und gestresster Erwachsene. Waldbaden ist ein neuer Trend. Auch im Blick auf den Wald hat sich einiges gewandelt. Menschen setzen sich für ihn ein, bauen Baumhäuser, ketten sich an Bäume, demonstrieren zu Zehntausenden. Wertvoller Wald, dessen Wert nicht nur im Rohstoff Holz liegt. Es wurde auch Zeit.

Das Projekt

In Mitteleuropa existieren kaum noch Gebiete, in die der Mensch nicht mehr ein- greift und die er nicht zum Wirtschaften nutzt. Der „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist das einzige größere Wald-Wildnisgebiet am Rande einer deutschen Großstadt.

Auf über 1.000 ha inmitten des Saarkohlenwaldes und inmitten des am dichtesten besiedelten Teils des Saarlandes kann sich die Natur so entwickeln, wie sie das „von Natur aus“ ohne das Eingreifen der Menschen tun würde. Um die Nachhaltigkeit des Projektes sicherzustellen, wurde das Projektareal als Naturschutz- und FFH-Gebiet ausgewiesen und zur Naturwaldzelle erklärt.

Der „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, des SaarForst Landesbetriebs und des NABU (Naturschutzbund) Saarland e. V., das in einem ersten Schritt bereits 1997 begonnen wurde. Im Jahr 2002 folgte ein Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit, Organisation und Einrichtung des Projekts beschreibt. Zur Begleitung des Projekts ist eine „Urwaldkooperationsgruppe“ eingesetzt. Als eine wichtige Informations- und Orientierungshilfe für die Besucher des Urwaldes gibt es die Urwald-Wanderkarte. Darin werden das Wanderwegenetz und die vielen besonderen Erlebnisorte des „Urwaldes vor den Toren der Stadt“ übersichtlich dargestellt.

In Zusammenarbeit mit:

  • Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW Saar)
  • Buch und Baum
  • BUND Saar e. V.
  • Erlebnis-Wandern-Saarland
  • Forstverein Rheinland-Pfalz/Saarland e. V., Region Saarland
  • Freunde des Abenteuermuseums e. V.
  • Hartfüßlertrail e. V.
  • Lumbricus Umwelt Edutainment
  • miniMalART- die kunstwerkstatt für kinder, jugendliche, erwachsene
  • NABU-Arbeitsgruppe Netzwerk Urwald
  • NABU-Gruppe Riegelsberg
  • NABU-Projektteam „Wertvoller Wald“
  • Naturschutzjugend (NAJU Saar) im NABU Saarland e. V.
  • Naturwacht Saarland/Naturlandstiftung Saar
  • GoG – Geographie ohne Grenzen e. V.
  • Kunst am
  • Kreisverband der Imker Regionalverband Saarbrücken
  • Landesverband saarländischer Imker
  • Mediation Saar
  • Regionalverband Saarbrücken
  • Wildnis leben, Christian Kirsch