Willkommen – im Saarkohlenwald, im Urwald und in der Scheune Neuhaus

Das Jahr 2018 war das bislang heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Die Jahre 2019 und 2014 folgen vorläufig auf Platz zwei. Durch den extremen Dürresommer 2019 kam es zu Massenvermehrungen von Borkenkäfern in Fichtenbeständen in einem bis dahin nie gekannten Ausmaß. Ferner konnten wir beobachten, dass zahlreiche Altbuchen auf Grund anhaltender Trockenheit abstarben. Der Klimawandel ist auch im Urwald vor den Toren der Stadt sichtbar. An vielen Stellen mussten aus Sicherheitsgründen abgestorbene Fichten und andere Baumarten entlang der Wege gefällt werden. Im Urwald findet keine forstwirtschaftliche Nutzung statt, die gefällten Bäume bleiben als ökologisch wertvolles Totholz liegen.

Im Januar 2020 erreichen uns aus Australien täglich Nachrichten über das Ausmaß der Busch- und Waldbrände. Bislang sind – unfassbar – 10 bis 12 Millionen Hektar Wald verbrannt. Opfer sind auch die unzähligen Tiere, die in den Bränden Australiens starben und leiden. Für einige Arten ist ungewiss, ob es sie nach der beispiellosen Feuerkatastrophe überhaupt noch geben wird. Der Klimawandel ist zu einer Gefahr für die Artenvielfalt geworden.

Der Urwald vor den Toren der Stadt ist Teil des bundesweiten Forschungsprojektes „BioHolz“ (2015 bis 2021). Totholz spielt eine entscheidende Rolle für die Vielfalt von Arten sowie der Optimierung der Ökosystemleistung in Wäldern. Seit 2019 liegen die Zwischenergebnisse des Projektes vor. Diese sind vielversprechend. Im Sommer 2020 wird „BioHolz“ als UN-Dekade Projekt Biodiversität ausgezeichnet.

Das Thema Wald zieht sich wie ein roter Faden durch das Jahresprogramm 2020. Es wird After-Work-Wanderungen geben, es wird den Tag des offenen Reviers geben, die Saarforst Sommerakademie bietet Vorträge und Führungen an. Unser diesjähriges Jahresmotto lautet deshalb „Wald im Klimastress“.

Neben den Themen rund um den Wald können Sie, wie bisher, die bekannte bunte Vielfalt von Angeboten des Jahresprogramms nutzen. Die Jahreszeitenfeste werden auch dieses Jahr zu den Highlights gehören. Seien Sie willkommen und lassen Sie sich überraschen.

Das Projekt

In Mitteleuropa existieren kaum noch Gebiete, in die der Mensch nicht mehr eingreift und die er nicht zum Wirtschaften nutzt. Der „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist das einzige größere Wald-Wildnisgebiet am Rande einer deutschen Großstadt.

Auf über 1.000 ha inmitten des Saarkohlenwaldes und inmitten des am dichtesten besiedelten Teils des Saarlandes kann sich die Natur so entwickeln, wie sie das „von Natur aus“ ohne das Eingreifen der Menschen tun würde. Um die Nachhaltigkeit des Projektes sicherzustellen, wurde das Projektareal als Naturschutz- und FFH-Gebiet ausgewiesen und zur Naturwaldzelle erklärt.

Der „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, des SaarForst Landesbetriebs und des NABU (Naturschutzbund) Saarland e. V., das in einem ersten Schritt bereits 1997 begonnen wurde. Im Jahr 2002 folgte ein Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit, Organisation und Einrichtung des Projekts beschreibt. Zur Begleitung des Projekts ist eine „Urwaldkooperationsgruppe“ eingesetzt. Als eine wichtige Informations- und Orientierungshilfe für die Besucherinnen und Besucher des Urwaldes gibt es die Urwald-Wanderkarte. Darin werden das Wanderwegenetz und die vielen besonderen Erlebnisorte des „Urwaldes vor den Toren der Stadt“ übersichtlich dargestellt.

In Zusammenarbeit mit:

  • Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW Saar)
  • Buch und Baum
  • BUND Saar e. V.
  • Erlebnis-Wandern-Saarland
  • Forstverein Rheinland-Pfalz/Saarland e. V., Region Saarland
  • Freunde des Abenteuermuseums e. V.
  • Hartfüßlertrail e. V.
  • Lumbricus Umwelt Edutainment
  • miniMalART- die kunstwerkstatt für kinder, jugendliche, erwachsene
  • NABU-Arbeitsgruppe Netzwerk Urwald
  • NABU-Gruppe Riegelsberg
  • NABU-Projektteam „Wertvoller Wald“
  • Naturschutzjugend (NAJU Saar) im NABU Saarland e. V.
  • Naturwacht Saarland/Naturlandstiftung Saar
  • GoG – Geographie ohne Grenzen e. V.
  • Kunst am
  • Kreisverband der Imker Regionalverband Saarbrücken
  • Landesverband saarländischer Imker
  • Mediation Saar
  • Regionalverband Saarbrücken
  • Wildnis leben, Christian Kirsch